Flatlay – Der neue alte Trend

Durch die steigende Zahl von Anhängern verschiedenster sozialer Netzwerke wie Instagram, Twitter oder Facebook entstehen immer wieder unterschiedliche Trends. Ein „neuer alter“ Trend der sich seit einiger Zeit besonders auf Instagram verbreitet hat, ist der des sogenannten Flatlay.

Wie der Name „Flatlay“ (eng. „flach liegen“) schon sagt, handelt es sich hierbei um verschiedene Gegenstände, die flach auf einer Oberfläche ausgelegt worden sind und von oben fotografiert werden. Das Motiv an sich kann frei variieren und je nachdem, wie qualitativ hochwertig das Endprodukt sein soll, von einer Handykamera bis hin zu einer Spiegelreflexkamera fotografiert werden.

Obwohl Alltagsgegenstände wie Modeartikel oder Utensilien die meisten Motive darstellen, finden sich des Öfteren auch Nahrungsmittel oder Pflanzen in den fast eindimensionalen Bildern wieder. Die Gegenstände werden überwiegend aufeinander abgestimmt und so kommt es eher selten vor, dass das Bild farblich unstimmig ist. Falls ein Gegenstand sofort heraussticht und sich farblich, strukturell oder sich das Material besonders von den anderen abhebt, so war dies Absicht des „Flatlay“-Erschaffers. Durch einen „Zentralgegenstand“ ist es so mit Hilfe des Bildes möglich, durch die Wahl passender Rahmengegenstände, eine Geschichte zu erzählen. Die Belichtung ist meist so gewählt, dass keine Schatten entstehen und das Bild dadurch eindimensional wirkt. Es ist jedem selbst überlassen, ob er oder sie die Struktur symmetrisch, unsymmetrisch, geordnet oder gar zufällig wirken lässt, wobei zufällig angeordnet wirkende „Flatlays“ meistens durchaus geplant positioniert worden sind.

Anders als bei dreidimensionaler Fotografie, in welcher Fluchtwinkel auftreten, Schärfeabweichungen zwischen den Objekten entstehen und es oft Schatten gibt, ermöglicht es die Flatlay-Fotografie, dass zum einen sehr viele Objekte auf einmal fotografiert werden und ihnen fast allen die gleiche Wichtigkeit zuteil wird.

Der neue Instagram Trend ist jedoch gar nicht wirklich neu. Bereits 1987 hat der Hausmeister Andrew Kromelow, der in einem Möbelhaus arbeitete, seine Werkzeuge in einem 90° Winkel auf einer Ebene angeordnet, was heutzutage wohl als Flatlay bezeichnet worden wäre. Damals benutzte er den Begriff „Knolling“ für die charakteristische Darstellung bzw. Anordnung der Gegenstände. Der Begriff stammt von Knoll-Möbeln, welche auch oft rechtwinklig gestaltet worden sind. Erst 2010 erlangte diese Art der Fotografie Bekanntheit im Internet, da Austin Radcliffe den Blog „Things Organized Neatly“ eröffnete, der erstmals auch soziale Netzwerke erreichte. Drei Jahre später hat Andrew Kim ein Buch eigens für „Knolling“ veröffentlicht. Es war Wegbereiter für den „Knolling“ bzw. „Flatlays“ Trend war, der sich in den darauffolgenden Jahren explosionsartig verbreitet hat.

Ob es die Abstraktheit der Darstellung von Alltagsgegenständen ist oder weitaus einfachere Gründe hat, wieso diese Strömung der zweidimensionalen Darstellung so erfolgreich ist, ist wahrscheinlich nur von Künstlern oder Psychologen zu beantworten. Fakt ist, ob zu Werbezwecken oder zur Unterhaltung, ob im Internet oder in Magazinen, überall trifft man auf flachliegende Gegenstände.

Gute Beispiele

https://www.shutterstock.com/de/blog/kreativtrend-flat-lay-in-film-mode-food-social-media
https://en.wikipedia.org/wiki/Knolling
http://www.jetzt.de/wortschatztruhe/was-ist-knolling
https://web.archive.org/web/20160304064743/http://www.lyst.com/longlyst/art-knolling/

 

Bild: Flatlay von Scratch