Apple vergisst seine wichtigen „Professional User“!

Apple hat von Anfang an das professionelle Zielsegment angesprochen, um sich weltweit bei Unternehmen zu etablieren. Bereits 1997, mit der Veröffentlichung des ersten Macs mit USB- und SCSI-Anschluss, gelingt es Apple sich als Technologieausstatter in zahlreichen Firmen einzunisten.

Der Trend Apples in den letzten Jahren ging jedoch nicht weiter auf die Marktsegmentierung bezüglich des professionellen Verbrauchers hin ein, sondern fokussiert sich zunehmend auf den Bereich der Konsumentenartikel. Faktoren, welche für Unternehmen essentiell sind, wie etwa Server-Nutzung o.ä., stagnieren. Elemente die den einzelnen Endverbraucher betreffen, der möglicherweise durch die steigende Popularität von Virtual Reality eine verbesserte Grafikkarte braucht, werden laufend verbessert und erhalten Optimierungen. Der Mac Pro, welcher vor allem für professionelle Benutzer entwickelt wurde, hat seit 2013 keinerlei Aktualisierungen erhalten und ist somit veraltet. Laut Apple ist der Grund hierfür das ungewöhnliche Zylinder-Design des Mac Pros, welches Innovationen kaum zulässt. Das Vorgängermodell, welches von 2006 bis 2012 aktuell war, befand sich in einem „Tower“-Gehäuse und war dadurch, durch den Benutzer, einfach aufrüstbar. Diese Modelle sind heutzutage trotz neuerem Modell sehr begehrt, da sie das Potential besitzen, aufgerüstet zu werden und so viele Unternehmen den aktuellen Bestand aufkaufen, um in Zukunft, in Bezug auf Servertechnologien o.ä., abgesichert zu sein.

Zunächst geht der Kurs auf. Die Apple Aktie hat in den letzten fünf Jahren um fast 100 % an Wert zugenommen und Apple ist das mit Abstand wertvollste Unternehmen der Welt (Stand 28.06.17). Das letzte Jahr zeigt jedoch: Der Trend geht zurück. Zwar generiert das Unternehmen weiterhin Gewinn, aber die Verkaufszahlen des Leitprodukts iPhone fallen. Verschiedene Faktoren spielen hier eine Rolle, einer der stärksten ist wohl der große Anstieg der Konkurrenz. Unternehmen wie Samsung oder Huawei liefern sich jährlich mit neuen Innovationssprüngen immer wieder Gefechte, in denen es immer schwieriger wird, ein einzigartiges Smartphone auf den Markt zu bringen.

Eine Möglichkeit für Apple, sich in anderen Sektoren abzuheben, ist das Segment Produktivität für Unternehmen. In früheren Jahren Spitzenreiter nimmt dieser Bereich durch bereits angesprochene Stagnierung immer weiter ab und macht es so schwierig, professionelle Kunden zu erhalten. Zwar verspricht Apple mit dem neuen iOS 11 noch einfachere und schnellere Arbeit, was jedoch durch den Faktor gebremst wird, dass die signifikanten Features des Systems an das iPad geknüpft sind und somit nicht mit den Desktop Versionen, welche in den meisten Unternehmen verwendet werden, kombinierbar sind. Apple hat das iPad zudem nicht als „Schaffungsinstrument“ sondern eher als „Betrachtungs- instrument“ vermarktet, was dem derzeitigen Trend, das iPad als „Allrounder“ zu etablieren, entgegenspielt.

Um weiterhin die professionellen Verbraucher anzusprechen muss sich bei Apple einiges ändern. Sollte Apple den derzeitigen Kurs beibehalten, werden die Unternehmen, die ihre Systeme auf Apple Produkte aufgebaut haben, sich zukünftig bei Konkurrenten wie etwa Acer oder Samsung umschauen und so die Bemühungen Apples, sich überhaupt in Unternehmen zu etablieren, gänzlich umsonst gewesen sein.